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05/08
«Die Kathedrale und der Basar»
Über die Entwicklung freier und proprietärer Software
Virtualbox
Open Source-Virtualisierung auf höchstem Niveau
«Meine Hauptmotivation sind die Leute, mit denen ich zusammenarbeite» Interview mit Andre Klapper
Yalm - Vorwort
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Hallo Yalm-Freunde,
Zunächst möchte sich die Yalm-Redaktion für die zahlreichen Anregungen, Kommentare aber auch Kritiken bedanken. Sie fließen in unsere Überlegungen ein und helfen uns Yalm für euch zu verbessern. Erfreulich auch, dass sich die Anzahl unserer Helfer noch einmal erhöht hat. Zwar ist das Markieren immer noch sehr unschön: Es werden sofort alle Spalten mitmarkiert. Wenn man allerdings die strg-Taste gedrückt hält, wird es richtig markiert. Das gerade erschienene Ubuntu-Release 8.04 (Hardy Heron) nehmen wir zum Anlass, um einem der GNOME-Entwickler einmal über die Schulter zu schauen. Er gibt uns per Interview einen Einblick in die Entwicklungsarbeit des beliebten LinuxDesktops. Erstaunlich ist immer wieder, wie engagiert Open-Source Freunde sich für die Linux-Gemeinschaft einbringen und dafür viel ihrer Freizeit opfern. Ihnen verdanken wir, dass sich Ubuntu und seine verwandten Distributionen wirklich nicht mehr hinter anderen Betriebssystemen verstecken müssen. Um den Appetit anzuregen, hier in Kürze einige Artikel dieser Ausgabe herausgegriffen: Der Artikel ,,Die Kathedrale und der Basar" beleuchtet das Nebeneinander freier und proprietärer Software. Mit Virtualbox stellen wir eine Virtualisierungslösung vor, führen Schritt für Schritt durch deren Installation und erklären die Funktionen. Der Beitrag zum Thema Audacity richtet sich an eher Ungeübte und macht sie mit dieser einfach zu handhabenden Musik-Software vertraut.
Inhaltsverzeichnis Hallo Yalm-Freunde, Open-Source Kultur: Die Kathedrale und der Basar Interessantes: Seite 2 Seite 1
Genug der Vorrede, viel Spaß beim Lesen wünscht Jürgen Weidner joschi@yalmagazine.org
Sensible Daten löschen Virtual Box (Teil 1) Audiobearbeitung mit Audacity (Teil 1) Tipps: OpenOffice Writer Tipps Bunte Seite Yalm Yalm Yalm: Von der Idee zum Artikel Wir suchen Dich! Leserbriefe Schlusswort
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Yalm open source kultur
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den Basar mit verschiedenen Zielsetzungen und Ansätzen. Wenn jeder liefert was er will konnte das doch nicht zu einem stabilen System führen. Raymond wollte es wissen; er beschloss sein nächstes Projekt nach eben diesem Basar-Stil durchzuführen. Es ging darum, einen neuen POP3 Email-Client zu entwickeln, nämlich das Programm fetchmail. Im Laufe des Projekts formulierte Raymond 19 Erkenntnisse, die einen guten Einblick in die Basar-Kultur geben: 1. Jede Software beginnt mit den persönlichen Sehnsüchten eines Entwicklers. 2. Gute Programmierer wissen welchen Code sie schreiben sollen; grossartige Programmierer wissen welchen Code sie umschreiben und recyceln können. 3. Plane eines für den Papierkorb; auf die eine oder andere Weise machst du das sowieso. 4. Mit der richtigen Einstellung werden interessante Probleme dich finden. 5. Sobald man das Interesse an einem Programm verliert, ist es die letzte Pflicht, es einem kompetenten Nachfolger zu überlassen. 6. Die Anwender als Mitentwickler zu sehen ist der Weg zur schnellen Verbesserung und Fehlerbehebung, der die geringsten Umstände macht. 7. Früh freigeben, oft freigeben, seinen Anwendern zuhören. 8. Wenn man einen ausreichend grossen Stamm an Beta-Testern und Mitentwicklern hat, wird jedes Problem schnell identifiziert und die Lösung jedem offensichtlich sein. 9. Smarte Datenstrukturen und dummer Code funktionieren viel besser als umgekehrt. 10. Wenn man seine BetaTester als wertvollste Ressource behandelt, werden sie als Reaktion darauf zur wertvollsten Ressource werden.
Die Kathedrale und der Basar
Die Entwicklung von freier und proprietärer Software unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich der verwendeten Lizenzmodelle sondern auch bezüglich der Art und Weise wie Entwickler zusammenarbeiten. Die Kathedrale und der Basar sind Synonyme für diese gegensätzlichen Modelle zur Softwareentwicklung geworden. Damals ... Beim vierten Internationalen LinuxKongress am 22. Mai 1997 in Würzburg trug Eric S. Raymond erstmals sein Essay über Open Source Entwicklung ,,The Cathedral and the Bazaar" [1, 2] vor. Darin verglich Raymond anhand eigener Erfahrungen die Vor- und Nachteile der im Open Source Bereich verbreiteten Entwicklungsmethode des ,,Basars" mit dem Vorgehen bei der Entwicklung von kommerziell orientierter Software. Obwohl Raymond 1993 bereits zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Open Source Software hatte, war er der Meinung, dass ab einer gewissen Komplexitätsstufe nur ein zentralistischer Ansatz mit guter Vorausplanung ein grosses Projekt zum Erfolg führen könne. Er glaubte, wichtige Software wie Betriebssysteme oder ein grosser Editor wie Emacs müssten so gebaut werden wie Kathedralen, sorgsam geplant
Abbildung 1: Eric S. Raymond [3]
ist ein bekannter US-amerikanischer Autor und Programmierer in der Open Source Szene und von einem kleinen Team entwickelt ohne die vorzeitige Freigabe von Beta-Versionen. Dem gegenüber erinnerte Linus Torvald's Stil der totalen Delegation von Aufgaben und häufigen und frühen Freigaben an einen wild durcheinander plappern-